4 Tipps, damit Ihre Blog-Artikel mehr Kommentare bekommen
Applaus ist das Brot des Künstlers. Kommentare sind der Lohn des Bloggers. Egal ob zustimmend, konstruktiv kritisch oder kontrovers – jeder Blogger freut sich über viele gute Kommentare. Die Situation unter vielen Blog-Artikeln sieht leider anders aus. Doch Beklagen gilt nicht. Denn jeder Blogger kann selbst aktiv dazu beitragen, dass seine Artikel kommentierwürdiger werden.
Vor ein paar Tagen warf Christian de Vries in einem Blog-Artikel die Frage auf, woran die Kommentarfaulheit deutscher Blog-Leser liegt und wie man sie beheben kann. Die Frage hat viele Facetten. Statt Erklärungsversuche gebe ich hier lieber einige Tipps für Blog-Autoren. Meiner persönlichen Erfahrung nach funktionieren sie immer wieder gut.
Als Blog-Autor können Sie nämlich eine ganze Menge dafür tun, um mehr – oder überhaupt – Kommentare zu erhalten. Letztlich geht es um Aufmerksamkeitsökonomie. Wenn der Aufwand, um einen Kommentar zu schreiben, den gefühlten Nutzen für einen Blog-Leser übersteigt, kommentiert er ganz einfach nicht.
Damit haben Sie zwei Ansatzpunkte:
- Verringern Sie den gefühlten Aufwand.
- Erhöhen Sie den gefühlten Nutzen.
Aus eigener Erfahrung mit Community-Management weiß ich, wie schwer es teilweise sein kann, Menschen dazu zu bringen, sich aktiv an einer Diskussion zu beteiligen. Doch es funktioniert immer wieder. Ein bisschen Ausprobieren ist notwendig, um herauszufinden, was Leser dazu bringt, unbedingt ihre Meinung zu einem Artikel kundtun zu wollen. Die folgenden vier Tipps haben sich für mich immer wieder als hilfreich erwiesen.
Tipp 1: Machen Sie das Kommentieren einfach
Dieser Rat mag banal klingen. Doch nicht jedes Blog lädt wirklich zum Kommentieren ein. Setzen Sie deswegen auf einfache, erwartungskonforme Technik:
- Keine vermeintlich wirksamen Captchas zur Spamabwehr.
- Keine Drittanbieter-Kommentarsysteme von Facebook, Disqus oder Livefyre – das ist zumindest meine persönliche Meinung und Empfehlung.
- Einfach nur ein kurzes Kommentarformular, das erwartungskonform gestaltet ist und das weder kompliziert wirkt noch unnötig versteckt positioniert ist.
Tipp 2: Fragen Sie Ihre Leser
Offene Fragen sind ein gern verwendetes Instrument, um eine Diskussion anzuregen. Aber bitte beachten Sie: Die Frage muss ernst gemeint sein und auch so bei Ihren Lesern ankommen. Der lapidare Satz „Und wie ist Ihre Meinung? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.“ unter einem Blog-Artikel bringt in den meisten Fällen nicht viel. Ihre Leser müssen das Gefühl haben, dass Sie sich für ihre Meinungen, Antwort oder Tipps tatsächlich interessieren.
Je nach Art und Ausrichtung Ihres Blogs können Sie dies sogar bis ins Extrem treiben: Verwenden Sie einen kompletten Artikel, um eine Frage ausführlich zu stellen. Nutzen Sie bereits den Titel des Artikels für Ihre Frage. Große Frage-Antwort-Portale wie gutefrage.net oder Yahoo Clever funktionieren ausschließlich auf Basis dieses Mechanismus.
Tipp 3: Erzählen Sie nicht die ganze Geschichte
Bewusstes Weglassen kann ebenfalls dazu führen, dass ein Artikel kommentiert wird. Denn nichts regt weniger zu einem Kommentar an als ein Blog-Artikel, der ein Thema so gut, ausgewogen und vollständig behandelt, dass es schlicht nichts mehr zu sagen gibt.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Ein Artikel, der Raum für Ergänzungen lässt, bewegt mehr Leser dazu, ihren Teil beizutragen. Und sei es nur ein kurzer Kommentar, der auf den Umstand der Unvollständigkeit hinweist und einen Link zu einem themenverwandten Artikel enthält. Auf diese Weise merken Sie übrigens sehr schnell, ob sich Ihre Leserschaft mit einem bestimmten Thema beschäftigt und wie es um ihr Wissen zu diesem Thema bestellt ist.
Bewusstes Weglassen funktioniert auch gut in Kombination mit einer Frage, z. B. „Das waren meine drei Lieblingstipps zu Thema XY. Welches sind Ihre?“.
Tipp 4: Polarisieren Sie
Eigentlich wollte ich hier „Provozieren“ schreiben. Das ist nämlich ein sehr wirksamer Mechanismus. Mit einem ausreichend hohen Maß an Provokation werden Sie zu so ziemlich jedem Artikel Kommentare erhalten. Doch ob und wie weit Sie sich hierbei aus dem Fenster lehnen wollen, kann im Einzelfall eine heikle Frage sein.
Besser: Polarisieren statt Provozieren. Beleuchten Sie in Ihrem Blog-Artikel bewusst nur eine Seite der Medaille. Das passt dann auch zum Tipp Nr. 3 (bewusstes Weglassen). Wenn Sie nicht wirklich hinter einer so einseitigen Darstellung stehen, können Sie das ganz ehrlich sagen. Beispiel: „Ich habe in diesem Artikel bewusst nur die Argumente pro Thema XY angeführt. Ich bin gespannt auf Gegenmeinungen.“
Natürlich halte auch ich mich an meine eigenen Tipps ;-) Deswegen frage ich Sie (natürlich mit ehrlichem Interesse): Was tun Sie, um das Kommentaraufkommen in Ihrem Blog anzukurbeln?

Kommentare
Christian Buggisch
Ich stimme dir zu, vor allem bei den Punkten 2 und 4. Ich HASSE Disqus und all die anderen Kommentar-Komplikations-Systeme, die mich vor allem dann in den Wahnsinn treiben, wenn ich mit mobilen Endgeräten kommentieren will (gerne verweigern sie die Zusammenarbeit erst dann, wenn man den Kommentar bereits getippt, aber noch nicht publiziert hat). Und polarisieren hilft. Ich spitze schon gerne mal zu, natürlich sind da "private" Blogs wie meiner im Vorteil z.B. gegenüber Corporate Blogs, die ja oft ausgewogen sein wollen oder müssen. Andererseits ist es auch schade, dass man polarisieren muss, um Reaktionen hervorzurufen, Extrempositionen gibt es schon genug. Aber Differenzierung kostet Reichweite, sage ich immer ... und eben auch Interaktion.
frank
Ich kommentiere mal, schon weil ich bafferstaunt bin, dass der Herr van Larr wieder bloggt. Als ich das letzte Mal bei den einschlägigen Doamins vorstellig wurde, da waren diese alle noch mit diesem völlig schrägen Digsdabums-Netzwerk verbunden. Ist der Blog-Auftritt nun wieder von Dauer?
Beste Grüße, ich freu mich.
Michael van Laar
Ja, das hier ist von dauer. Ich bin ja jetzt selbstständig. Da ist das jetzt beruflich ;-)
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